95 Jahre (neue) Kasseler Hütte – Sternwanderungen dahin und Feier dort oben

Ca. 40 Personen brachen an verschiedenen Tagen auf, um über unterschiedliche Routen zu unserer Hütte zu gelangen.

Tour „Greizer – Kasseler Hütte“

Am 27. August 2022 jährt sich die feierliche Einweihung der Kasseler Hütte zum 95. Male, und dies war natürlich ein schöner Anlass, auf unsere Hütte zu wandern und dort zu feiern. Dazu wurden schon früh im Jahr drei Sternwandertouren zur Hütte geplant. Eine davon ging über die Greizer Hütte auf dem Berliner Höhenweg zur „Kasseler“, wie die Einheimischen in Mayrhofen die Hütte nennen.

Daher machte sich am Donnerstag, den 25.08.2022, eine Gruppe von fünf Bergfreunden und Bergfreundinnen auf den Weg. Start war in aller Frühe am Bahnhof in Kassel-Wilhelmshöhe und nach einer reibungslosen Zugfahrt erreichten wir kurz nach Mittag Mayrhofen. Dort warteten wir noch kurz auf einige weitere Teilnehmer und zogen nun zu acht in Richtung Greizer Hütte. Reini`s Taxi brachte uns zu der Materialseilbahn, dem Ausgangspunkt der Tour. Der Hüttenaufstieg war recht angenehm nach der langen Fahrt und ein sehr gut ausgebesserter Wegeabbruch brachte etwas Spannung in den Aufstieg. Auf der Greizer wurden wir aufs Herzlichste begrüßt und sogleich nach Zimmerbezug mit leckeren Speisen versorgt. Dort trafen wir weitere Bergfreunde aus der Kasseler Sektion. Prima!

Am Freitag ging der Tross von wild entschlossenen dreizehn Wandernden los, um über die Lapenscharte auf dem als schwer bezeichneten Bergwanderweg 502 in einer gemütlichen Wanderung mit einigen körperlichen Anstrengungen die Kasseler Hütte zu erreichen. Auch hier sorgten mittags teils hohe Wasserstände abfließenden Gletscherwassers für etwas Spannung und Würze in der Tour. Jedoch sind sie auch mahnend für den Blick auf die immer weiter schwindenden Gletscher in diesem hochalpinen Gebiet unterhalb des Löfflerkees. Am Nachmittag erreichten wir unsere Kasseler und bezogen Quartier. Es wurde gut gegessen und mit den Hüttenwirtsleuten und später mit den Teilnehmern der anderen, teils viel längeren Sternwandertouren gequatscht.

schneidig & echt

Der Samstag, ein wettermäßig etwas durchwachsener Tag, wurde für einige kleinere Wanderungen und Ziele rund um die Hütte genutzt – u.a. der Panoramaweg, die schöne Aussicht, der Aufstieg zur sogenannten Lacke oder sogar die Grüne Wand-Spitze wurden begangen. Nachmittags fand der Berggottesdienst mit einer sehr schönen Gestaltung durch Walburga und ihren Helferinnen Heidi und Silke statt. Eine Festansprache durch Manfred, unseren 1. Vorsitzenden, und eine kurze Rede vom Kasseler Stadtrat Dirk Stochla (siehe unten!) schlossen sich an. Am Abend spielten die Zillertaler „schneidig & echt“ mit handgemachter Musik zünftig auf, es wurde viel gelacht und getanzt – ein „dolles Fest“ zum 95. auf unserer Kasseler.

Ulf Ponndorf

Tour „Auf dem Ahrntaler Schmugglerpfad zur Kasseler Hütte“

Am Mittwoch nehmen wir, Heidi und Andreas, den Bus von Mayrhofen bis zum Ziller Gründl (1850 m NN), steigen auf zur Plauener Hütte (2363 m NN) und werden von Jens dem Hüttenwart begrüßt. Persönliche Termine verhinderten die ursprünglich geplante Teilnahme von Reinhard und Jens.

Blick auf die Plauener Hütte

So starten wir am Donnerstag auf dem Ahrntaler Schmugglerpfad nur zu zweit Richtung Heilig-Geist-Jöchl. Die Sonne begleitet uns, und eine leichte Brise erleichtert uns den Aufstieg. Gegen 12:00 Uhr überschreiten wir das Heilig-Geist-Jöchl (2658 m NN); der wunderschöne Ausblick in das grüne Ahrntal entschädigt uns für die Anstrengung. Nach einer kleinen Pause steigen wir ab, es geht weiter bis nach Kasern auf 1600 m NN, und in Kasern nehmen wir den Bus nach Steinhaus. Gegen 20:00 Uhr treffen wir auf die Gruppe der Kasseler Route.

Am Freitag haben wir uns der Tourenführung von Arnulf angeschlossen. Für mich war die Tour jedenfalls super anstrengend mit 1800 m NN im Anstieg, und trotzdem konnte ich dem Erlebnis so viel abgewinnen. Mit Blitz und Donner treffen wir endlich um 20:30 Uhr auf der Kasseler Hütte ein. Ist doch ein super Empfang. Alle haben die Tour wohlbehalten beendet. Vielen lieben Dank für die umsichtige Begleitung der Mitwanderer.

Heidi Mand

Tour „Kasseler Route – von der alten zur neuen Kasseler Hütte“

Tristennöckl

Durreck-Höhenweg

Statt zu fünft (Andreas musste sich um seinen Vater kümmern, der gestürzt war) fuhren wir, Helene, Steffi, Wolfgang und ich, zu viert am 23.08.22 per Bahn und Bus problemlos von Kassel bis nach Rein in Südtirol, wo wir im „Alpenrast“ (hervorragendes Hotel!) Quartier gebucht hatten. Am Mittwoch absolvierten wir eine kleinere Eingehtour über die Säge zur alten Kasseler Hütte, von der wir am Mittag das Tristennöckl, 2465m, erstiegen. Von unten auf diesen Felszahn blickend, glaubt man nicht, dass dort hinauf ein kleiner, feiner Steig, teils mit Ketten gesichert, führt. Von der Hütte gingen wir über den Sommerweg wieder nach Rein zurück: 900 Hm ‘rauf und ‘runter. Am Donnerstag bewältigten wir die lange Tour von Rein über den Durreck-Höhenweg an Schlafhäusern und Rauchkofel vorbei zum Klausjoch, 2571m, von dem wir eine Zeit lang bei Regen mit etwas Donnergrollen in der Ferne nach Steinhaus, 1054m, abstiegen: gut 24 km, 1510 Hm ‘rauf und 1930 Hm ‘runter. Beim Steinwirt trafen wir Heidi und Andreas, mit denen wir am Freitag aufstiegen zum Keilbachjoch, 2837m. An der Golser Alm, 1815m, trafen wir den Sepp und etwas oberhalb die nicht nur uns bekannte (Ziegen-) Anneliese.

Keilbachjoch – Hütte

Im Blockwerk auf der Südseite unter dem Joch bekamen wir einen Hagelschauer ab, erreichten aber schließlich den Scheitelpunkt und stiegen teils durch Nebel und neue Felsabbrüche, aber durch kein Schneefeld mehr (!) hinab zur Lacke und dann im strömenden Regen zu unserer Hütte hinab: knapp 12 km, 1800 Hm ‘rauf und 660 Hm ‘runter. Diese Kasseler Route von der alten zur neuen Kasseler Hütte ist schon eine Hammertour, daher ein ganz großes Kompliment an meine Mitgeher*innen, die sich trotz mancher Widrigkeiten die gute Laune nicht verderben ließen. Wir waren eine gute, rücksichtsvolle, begeisterte, danach auch zu Recht etwas stolze Gruppe!

Arnulf Wigand

 

 

Touren „Stillupgrund – Kasseler Hütte“

Einige der Teilnehmenden an dem Jubiläum stiegen schon vom Stausee (!) oder von der Grünen Wand-Hütte zu unserer Hütte auf, über die alle im Lauf des Sonntags oder am Montag auch abstiegen.

Außerdem zu erwähnen:

– Manfred Hesse stieg von Steinhaus an einem Tag hoch zur Schwarzensteinhütte, auf den Schwarzenstein und zur Greizer Hütte hinab (Gletschertour), wo er sich am nächsten Tag Ulfs Gruppe anschloss.

– Der Kasseler Oberbürgermeister Geselle wollte mit Dirk Stochla und zwei weiteren Mitarbeitern des Rathauses zum Jubiläum zu unserer Hütte aufsteigen. Aber erstens verpassten sich diese vier Männer und von unserer Seite Umbi und Winni am verabredeten Treffpunkt (Missverständnis) und zweitens verletzte sich der OB an seinem relativ frisch operierten Knie auf halbem Weg zu unserer Hütte und entschied sich abzusteigen, so dass letztlich Dirk Stochla dessen Grüße überbrachte und wieder mit seinem Kollegen abstieg: schade! Möge es das nächste Mal klappen!

– Leider schlug das Coronavirus zu, das ca. 15 an der Feier Teilnehmende erwischte, wie es sich im Nachgang zeigte. Vielleicht war das Virus von der Greizer Hütte mitgewandert. Vorsicht ist einfach weiter geboten!

Arnulf Wigand